Traversflöten nach Maß


Tatsächlich findet eine gute Flöte ihren Anfang im genauen Maßnehmen: Alte Instrumente werden so genau wie möglich vermessen. Doch es bleibt nicht nur beim zehntelmillimetergenauen Feststellen der Abmessungen: Auch andere Eigenschaften des Instruments wie die Ansprache, die Intonation und die Balance werden genau erfaßt. Auf dieser Basis wird das Instrument so genau wie möglich nachgebaut.
Nach diesem Schritt wird dann die Flöte auf den Musiker abgestimmt: die zweite Häfte des "Maßschneiderns". Wie lassen sich bestimmte Eigenschaften verbessern, ohne den Charakter des Instruments zu verlieren? Mein Ausgangspunkt ist dabei, das Instrument so wenig wie möglich zu verändern.

Die Beschäftigung mit erhaltenen Flöten führte für mich schon schnell dazu, mich auch mit deren Konstruktion und Bau zu beschäftigen. Schon während meines Traversflötenstudiums arbeitete ich einige Jahre in der Werkstatt von Eugene Crijnen in Amsterdam mit. Viele Untersuchungen alter Instrumente, Gespräche mit anderen Instrumentenbauern und Musikern, Quellenforschung und eigene Experimente folgten. Nachdem die Instrumente zunächst für den eigenen Bedarf gebaut wurden, haben sie mittlerweile auch den Weg zu Musikerkollegen gefunden. Die Tatsache, daß ich selber Flötist bin, ermöglicht es mir, Instrumente herzustellen, die in der professionellen Praxis entwickelt und erprobt werden und daher auch professionellen Ansprüchen genügen. Sonderwünsche wie besondere Fingerlochpositionen oder Intonationswünsche können weitgehend berücksichtigt werden - echte Maßarbeit! >

Momentan sind folgende Modelle lieferbar:

 

 

Einklappige Flöte nach Willem Beukers, Amsterdam, ca. 1725

Diese Flöte illustriert sehr schön das hohe Niveau des niederländischen Holzblasinstrumentenbaus im 18.Jahrhunderts. Das Besondere an diesem Instrument, das sich in einer privaten Sammlung befindet, ist die Tatsache, daß es eine der wenigen Flöten des frühen vierteiligen Typus ist, die einen Stimmton van a'=415 Hz haben. Dieses macht die Flöte, die dadurch einen sehr warmen, dunklen Ton hat, sehr geeignet für die Musik des frühen 18. Jahrhunderts. Das Original ist aus Buchsbaum, ich baue dieses Instrument außer in Buchs auch in Grenadill und Ebenholz, was sich in großen Räumen als sehr tragfähig erwiesen hat.

Einige Klangbeispiele von dieser Flöte erhalten Sie hier

 

Einklappige Flöte, Anonym, (Tassi?), ca. 1710

In der selben Sammlung, in der sich die Beukers-Flöte befindet, liegt auch das Original zu dieser Flöte die noch früher zu datierende ist und auf a=392 Hz gestimmt ist. Ein Leckerbissen für alle, die die französische und frühe deutsche Barockflötenmusik in dieser tiefen Stimmung spielen möchten.

 

Einklappige Flöte nach Heinrich Grenser, Dresden, ca 1796
(Universitätsmuseum Leipzig)

Ein Instrument nach einer der wenigen erhaltenen Buchsbaumflöten von Heinrich Grenser. Durch dieses Holz hat die Flöte einen etwas weicheren Klangcharakter als die Ebenholzflöten, ohne auf den typischen Grenser-Klang verzichten zu müssen. Ganz in der Tradition der Grensers baue ich diese Flöte außer in Buchsbaum auch in Ebenholz. Mit verschiedenen Mittelstücken kann die Flöte sowohl auf a=415 Hz als auch auf a=430 Hz gespielt werden.

Einklappiges Piccolo nach Iean-Hyacinth Rottenburgh, Brüssel, ca. 1715
(Instrumentensammlung Berlin)

Ein einklappiges dreiteiliges Piccolo aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts

 

 

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